Auf den ersten Blick scheinen sich Badminton und Federball sehr ähnlich zu sein. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber deutliche Unterschiede – von der Entstehungsgeschichte bis hin zur Spielweise.

 

 

Was Badminton und Federball verbindet

Sowohl beim Badminton als auch beim Federball stehen sind mindestens zwei Spieler gegenüber, die sich mit Hilfe eines Schlägers den Ball zuspielen. Die Spielgeräte unterscheiden sich dabei kaum. Der Ball besteht entweder aus echten Federn und einem Kopf aus Kork oder aus preiswerterem Kunststoff und wiegt rund fünf Gramm. Der Schläger ist entweder aus dünnem Stahl oder aus Carbon gefertigt. Bestehen Schaft und Kopf aus Stahlrohr, bringt der Schläger rund 120 Gramm auf die Waage. Die moderne Carbon-Variante ist gut ein Drittel leichter. Der Schläger kann sowohl beim Badminton als auch beim Federball eingesetzt werden. Und je steifer sein Rahmen ist, desto präziser lassen sich mit ihm die Bälle spielen.

 

 

Nur Badminton spielt man auf einem Feld

Höchste Präzision ist beim Badminton deutlich stärker gefragt als beim Federball. Denn: Nur beim Badminton gibt es ein klar abgegrenztes Feld. Nur hier kann der Ball also auch im Aus landen, wenn er zu fest geschlagen wird – oder im Netz, wenn ein Schlag zu kurz gerät. Beim Federball ist kein Netz erforderlich. Beim Badminton hingegen sind die Größe der Spielfläche und die Position des Netzes exakt festgelegt. Das Spielfeld ist beim Badminton 13,40 Meter lang und 6,10 Meter breit. Die Grenzen des Feldes werden nach links und rechts durch Seitenlinien begrenzt. Es gibt unterschiedliche Seitenlinien für Einzel- und Doppelbegegnungen. Sind nur zwei Spieler aktiv, gilt die innere Seitenlinie. Sie befindet sich 46 Zentimeter von der Außenlinie für Doppel-Paarungen entfernt. Beim Einzel ist das Spielfeld also insgesamt 92 Zentimeter schmaler. Ebenso gibt es zwei Aufschlaglinien, wiederum eine für das Einzel und eine für das Doppel.

 

 

Miteinander oder gegeneinander

Der Grund, warum beim Badminton eine klar begrenzte Spielfläche und sonstige Regeln existieren, beim Federball hingegen nicht, ist simpel: Beim Federball gibt es ein Miteinander, beim Badminton ein Gegeneinander. Treffen sich zwei Spieler zum Federball, wollen sie den Ball möglichst lange hin und her spielen, ohne dass er zu Boden fällt. Beim Badminton hingegen verfolgt jeder Spieler ganz offensiv das Ziel, dass der Ball den Grund berührt – und zwar in der gegnerischen Hälfte, weil das einen Punkt auf dem eigenen Konto bedeutet. Als wichtigster Unterschied zwischen Badminton und Federball lässt sich also festhalten: Federball ist ein reines Spiel, bei dem der Spaß im Mittelpunkt steht. Badminton hingegen ist ein Sport. Und dabei geht es, wie bei anderen Sportarten auch, um Sieg und Niederlage – allerdings erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Zuvor hatten die Menschen jahrhundertelang reinen Federball gespielt. Die ersten Aufzeichnungen darüber reichen gut 2.000 Jahre zurück und stammen aus Indien. In Europa erlebte der Federball im Zeitalter des Barocks eine echte Blüte. Damals galt das Spiel als eine bevorzugte Freizeitbeschäftigung des Adels.