Die Geschichte des Badmintons reicht rund 2.000 Jahre zurück. Der Sport in seiner heutigen Form hat seinen Ursprung im Federballspiel, das vermutlich in Indien erfunden wurde. Damals nutzen die Menschen kleine Holzbälle, die mit Hühnerfedern gespickt waren. Als Schläger dienten ihnen flache Hölzer. Außer den Indern kannten auch bereits die Inkas und die Azteken ein Spiel, das dem heutigen Badminton ähnelt.

 

 

Federball als Zeitvertreib für den Adel

In Europa setzte sich das Spiel mit dem Federball erst sehr viel später durch. Das 16. bis 18. Jahrhundert war die Hochzeit des Barocks, und der Adel an den verschiedenen Königshöfen war immer auf der Suche nach neuen Vergnügungen. Ein besonders beliebter Zeitvertreib in Adelskreisen war das „Jeu de Volant“, bei dem sich zwei Spieler den Ball möglichst lange zuspielten. Weitere Namen für die damalige Variante im englischsprachigen Raum waren „Shuttlecock“ und „Battledore“. Feste Regeln wie beim heutigen Badminton gab es seinerzeit noch nicht – sie entstanden erst im weiteren Verlauf der Geschichte. Anfangs begnügten sich die vorwiegend adeligen Spieler damit, den Federball so lange wie möglich in der Luft zu halten. Sie nutzten dafür sehr einfache Schläger, die allerdings ganz offensichtlich für echte Höchstleistungen ausreichten. Wer sich für die Geschichte des Badmintons interessiert, der kann in den Archiven eine Urkunde aus dem Jahr 1830 finden. Sie vermeldet den besonderen Erfolg einer englischen Familie beim Badminton: Ihre Mitglieder brachten es auf mehr als 2.100 Ballwechsel.

 

 

Wie Badminton zu seinem Namen kam

Ein anderer Engländer, seines Zeichens Kolonialoffizier, verhalf dem Badminton zu seinem bis heute gültigen Namen. Der Seefahrer in Diensten der britischen Krone hatte in den indischen Kolonien das Spiel mit dem Federball entdeckt. Er „importierte“ es kurzerhand in seine Heimat und stellte es der Öffentlichkeit vor. Diese Präsentation fand auf einem Landsitz namens Badminton House statt. Der Ort sollte in die Geschichte des Sports eingehen, denn fortan kannte man die „neue“ Disziplin als Badminton.

 

 

Von der Kirche in die Sporthalle

Ein Federball wiegt nur rund fünf Gramm, gerät also schon bei einem leichten Windstoß aus der Flugbahn. Die meisten Sportler spielen Badminton deshalb aus gutem Grund in der Halle. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren geeignete Räumlichkeiten allerdings sowohl in Großbritannien als auch im restlichen Europa Mangelware. Wichtigste Voraussetzung für eine geeignete Sportstätte sind neben einer ausreichenden Grundfläche sehr hohe Decken. Die heutigen Regeln schreiben eine Mindesthöhe von sieben Metern vor. Solche Dimensionen suchte und fand man in ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert vor allem in Kirchen. So kam es, dass viele Badmintonspiele über Kirchenbänke hinweg ausgetragen wurden. Einige Jahre später waren diese Spielstätten Geschichte, denn nun entstanden mehr und mehr geeignete Hallen.

 

 

Der erste deutsche Badminton-Verein

Der erste Badminton-Verein auf deutschem Boden wurde 1902 in Bad Homburg aus der Taufe gehoben. Echte Popularität erlangte der Sport aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1953 gibt es den Deutschen Badminton-Verband, in dem heute rund 2.600 Vereine mit zusammen mehr als 200.000 Mitgliedern organisiert sind.