Wie in anderem Sportarten wird auch beim Badminton zwischen Amateuren und Profis unterschieden. Das sagt zwar auch etwas über die jeweiligen Leistungen aus, das entscheidende Kriterium ist aber ein anderes: Amateure betreiben ihren Sport als Hobby, während Badmintonprofis auf dem Spielfeld ihr Geld verdienen. Von den Millionengehältern in anderen Disziplinen sind die Badmintonprofis allerdings meilenweit entfernt.

 

 

Badmintonprofis leben für ihren Sport

Die meisten Badmintonprofis haben schon in jungen Jahren mit dem Training begonnen. Oft hatten sie das Glück, dass Trainer oder Funktionäre ihr Talent erkannten und sie förderten. In ganz Deutschland gibt es rund 2.600 Badmintonvereine, in denen die Jugendarbeit einen hohen Stellenwert genießt. Einfach nur gut zu sein, reicht jedoch nicht für eine Karriere im Profisport. Talent und Fleiß müssen zusammenkommen, denn ohne intensives und jahrelanges Training geht es nicht. Trainiert wird häufig unter der Woche, an den Wochenenden stehen dann Turniere und Meisterschaftsspiele im Kalender. Freie Tage sind da Mangelware. Badmintonprofis berichten, dass sie oft wochenlang nicht zu Hause sind, wenn sie durch verschiedene Länder von Turnier zu Turnier reisen. Zu den Wettkämpfen im Profisport, die im Einzel oder im Doppel bestritten werden, kommt oft das Engagement in der Nationalmannschaft. Auch hier gehört intensives Reisen selbstverständlich dazu.

 

 

Kampf um Aufmerksamkeit und Sponsoren

Mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland spielen in einem Verein Badminton, und weitaus mehr Spieler versuchen sich ab und zu beim Federball. Doch Badminton ist eine Randsportart, die nicht einmal ansatzweise so viel Aufmerksamkeit erhält wie Fußball oder Tennis. Das wirkt sich auch direkt auf die Suche nach Sponsoren aus. Wenn ein Unternehmen sich in einer Sportart finanziell engagiert, dann will es damit einen Werbeeffekt erzielen. Doch während ein Fußballspiel Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockt, sind die Quoten bei Badminton-Übertragungen im TV kaum messbar – wenn überhaupt ein Nischensender die Spiele zeigt. Große Sponsorenverträge gibt es daher im Badminton nicht. Die Profisportler sind auf die direkte Unterstützung von zumeist mehreren Förderern angewiesen, auch die Sporthilfe leistet unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Hilfe. Doch reich wird mit seinem Sport kein Badmintonprofi. Immerhin werden die Kosten für die Ausrüstung in der Regel durch Sachspenden von Sponsoren gedeckt.

 

 

Badmintonprofis brauchen einen Plan B

Weil sich mit dem Sport nur relativ wenig Geld verdienen lässt, brauchen Badmintonprofis einen Plan B – am besten eine Berufsausbildung, die ihnen nach dem Ende der Karriere Jobchancen bietet. Da Badminton als Profisport extrem zeitraubend ist, schaffen allerdings nur wenige Sportler parallel ein Studium oder gar eine klassische Berufsausbildung.