Die Regeln und die Zählweise im Badminton sind denkbar einfach: Jeder Ballwechsel endet mit einem Punkt für den einen oder anderen Spieler. Wer als erster 21 Ballwechsel für sich entschieden hat, der gewinnt den Durchgang. Um beim Badminton einen Satz zu gewinnen, sind allerdings mindestens zwei Punkte Vorsprung erforderlich. Steht es also 21:20, so bedeutet das noch nicht den Satzgewinn. Vielmehr wird so lange weiter gespielt, bis die geforderten zwei Punkte Differenz erreicht sind.

 

 

Ab 30 Punkten reicht ein Zähler Vorsprung

Bei etwa gleich starken Gegnern könnte ein Badminton-Spiel theoretisch unendlich lange dauern, wenn die Punkte immer abwechselnd gewonnen werden. Deshalb sieht das Regelwerk eine Obergrenze bei 30 Zählern vor: Wer diesen Wert erreicht hat, kann auch mit nur einem Punkt Vorsprung den Satz für sich entscheiden. Es ist also möglich, dass ein Einzelspieler oder ein Doppel-Team beim Badminton mit 30:29 gewinnt. Um eine komplette Partie zu gewinnen, sind zwei siegreiche Sätze erforderlich. Steht es nach dem zweiten Satz unentschieden eins zu eins, fällt die Entscheidung über Sieg und Niederlage im dritten Satz.

 

 

Aktuelle Zählweise gilt seit 2006

Zum 1. Februar 2006 setzte die International Badminton Federation - kurz IBF - eine neue Zählweise in Kraft. Der deutsche Badminton-Verband führte die Regeln mit einigen Monaten Verzögerung zum Stichtag 1. August desselben Jahres ein. Seither gilt beim Badminton die Rallypoint-Zählweise. „Rally“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Ballwechsel“. Seit der Regeländerung 2006 führt jeder Ballwechsel zu einem Zähler. Zuvor war die Zählweise eine grundsätzlich andere gewesen: Früher konnte immer nur der Spieler einen Punkt erzielen, der aufschlug.

 

 

Neue Zählweise macht Spiele planbarer

Für die Einführung der neuen Zählweise gaben in erster Linie organisatorische Gründe den Ausschlag. Nach dem alten Regelwerk ausgetragene Spiele dauerten im Durchschnitt länger als Begegnungen nach der neuen Zählweise. Vor allem schrumpfte durch die Neuerungen der Unterschied zwischen besonders langen und besonders kurzen Spielen. Unter dem Strich wurde es also vor allem bei größeren Turnieren deutlich einfacher, einen einigermaßen verbindlichen Zeitplan aufzustellen und einzuhalten. Ein weiterer Vorteil der neuen Zählweise – zumindest für Spieler mit einer guten Kondition – besteht darin, dass es nicht mehr möglich ist, den aktuellen Spielstand zu verschleppen. Die Leistungskomponente des Badminton-Spiels wird durch die Regeländerung zusätzlich unterstrichen.