Im Profifußball geht es um sehr viel Geld. Nur wer in der Bundesliga auf den vorderen Plätzen mitmischt, hat Chancen auf die Teilnahme an internationalen Wettbewerben. Und genau dort werden die ganz großen Summen verdient. Schon eine Niederlage im entscheidenden Moment kann zu Verlusten von zweistelligen Millionensummen führen und große Löcher in die Kalkulation reißen. Andererseits kann mitunter ein einziges Siegtor einen Verein finanziell sanieren. Wo in jedem Moment absolute Höchstleistungen von den Spielern gefordert sind, herrscht beinahe zwangsläufig Manipulationsgefahr. Deshalb ist Doping im Fußball seit Jahrzehnten ein Problem, dem die Verantwortlichen mit strengen Fußballregeln zu begegnen versuchen.

 

Regelmäßige Dopingkontrollen

Die Fußballregeln sind eindeutig: Leistungssteigernde Substanzen sind verboten. Die Spieler sollen ihre Leistungen auf faire Weise erbringen und nicht durch Doping. Dennoch werden immer wieder Fälle bekannt, in denen einzelne Fußballer zum Beispiel Aufputschmittel oder Präparate zum Muskelaufbau eingenommen haben. Die schärfste Waffe der Verantwortlichen im Kampf gegen Regelverstöße sind Dopingtests. Die Spieler müssen dabei unter Aufsicht Urinproben abgeben, die anschließend im Labor analysiert werden. Die meisten verbotenen Substanzen hinterlassen verräterische Spuren im Urin.

 

So werden die Spieler kontrolliert

Eine flächendeckende Dopingkontrolle bei allen Begegnungen der ersten und zweiten Bundesliga ist nicht möglich. Der personelle und finanzielle Aufwand wäre einfach zu groß. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzt stattdessen auf zufällige Kontrollen. Die Idee dahinter: Jeder Fußballprofi muss jederzeit damit rechnen, kontrolliert zu werden. Welche Kicker dann tatsächlich zur Dopingprobe antreten müssen, entscheiden die Computer des DFB nach dem Zufallsprinzip. Aus den Begegnungen eines Wochenendes wählen sie einige Partien aus, auch das Kontrollpersonal wird zufällig vom Computer eingeteilt. So sollen Manipulationen weitgehend ausgeschlossen werden. Die Kontrolleure fahren in die zuvor vom Computer genannten Stadien und warten in einem Kontrollraum neben den Kabinen auf die Spieler. Unmittelbar nach dem Ende der Partie müssen sie unter Aufsicht eine Urinprobe abgeben und dürfen erst danach das Stadion verlassen. Neben diesen Kontrollen nach dem Spiel erlauben die Fußballregeln auch unangekündigte Trainingskontrollen.

 

Doping im internationalen Fußball

Das Doping-Kontrollsystem in Deutschlang gilt als eines der besten weltweit. In vielen anderen Ländern wird weitaus weniger engmaschig kontrolliert. Entsprechend weit verbreitet ist dort die Einnahme verbotener Substanzen. Weltweit werden im Profifußball alljährlich mehrere hundert Dopingfälle aufgedeckt. Und die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen. Absoluter „Spitzenreiter“ im negativen Sinne ist Portugal. Allein in diesem Land flogen zuletzt mehr als 100 Dopingsünder auf – der größte Teil von ihnen spielte nicht im Profibereich, sondern bei den Amateuren. Deutschland liegt mit rund 20 Fällen pro Jahr europaweit etwa im Mittelfeld. Diese Rangfolge ist allerdings nur bedingt aussagekräftig, da viele andere Fußballverbände wesentlich laschere Kontrollsysteme haben. Die vergleichsweise hohe Zahl erwischter Dopingsünder in Deutschland ist also nicht unbedingt ein Zeichen für ein besonders verbreitetes Dopingproblem hierzulande – sondern eher ein Beleg für den Erfolg der Dopingkontrollen des DFB.