Feldspieler dürfen sich beim Fußball so oft gegenseitig anspielen wie sie wollen. Auch den Torwart dürfen sie einbeziehen. Nach einem Rückpass darf der Keeper den Ball aber nicht mit der Hand berühren. Tut er es dennoch, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Freistoß.

 

 

Rückpass zum Torwart

Beim Fußball werden Angriffe oft langsam aufgebaut. Ihren Anfang nehmen sie häufig in der eigenen Hälfte. Der Gegner versucht, durch frühzeitige Störungen selbst in Ballbesitz zu kommen und seinerseits einen Angriff starten zu können. Die Verteidiger und die Mittelfeldspieler bemühen sich, den Ball „laufen zu lassen“ - ihn also kontrolliert von einem Spieler zum anderen zu kicken. Zur Taktik kann auch ein „Rückzug“ bis in die Nähe des eigenen Tores gehören. Der Torwart ist dann ein geeigneter Partner für das Anspiel. Die Rückpassregel besagt jedoch: Der Keeper muss nach einem absichtlichen Rückspiel wie ein Feldspieler agieren. Er darf also weder seine Hände noch seine Arme benutzen, um den Ball anzunehmen. Dasselbe gilt auch, wenn ein Spieler den Ball per Einwurf auf direktem Wege zum eigenen Torwart befördert.

 

 

Der Sinn der Rückpassregel

Ein Rückpass zum eigenen Keeper war früher eine beliebte Methode, um Zeit zu schinden. Eine Mannschaft, die knapp in Führung liegt, will sich bis ans Ende der Spielzeit „retten“. Das funktioniert am besten, wenn das Team den Ball möglichst häufig kontrolliert. Eine besonders sichere Variante ist ein Rückpass zum Torwart, der den Ball bis in die 1990er Jahre mit der Hand annehmen durfte. Es war ihm außerdem erlaubt, bis zu vier Schritte mit dem Ball in der Hand zu gehen und dann einen Abschlag zu schießen. Geübte Keeper ließen so etliche Sekunden ins Land streichen, und mit jeder Sekunde rückte der ersehnte Abpfiff näher. Obwohl es sich um offensichtliches „Zeitspiel“ handelte, konnten die Schiedsrichter nichts tun. Die FIFA reagierte deshalb und führte die neue Rückpassregel ein. Seither darf der Torwart einen Rückpass nur noch mit dem Fuß annehmen. Zugleich schaffte man die 4-Schritte-Regel ab. Seither darf der Keeper den Ball nur noch maximal sechs Sekunden in der Hand halten. Hat er das Leder danach einmal mit dem Fuß berührt, darf er es nicht unmittelbar wieder mit den Händen aufnehmen.

 

 

Ausnahmen von der Regel

Die Rückpassregel mit dem Verbot für den Keeper, den Ball per Hand zu fangen, bezieht sich auf ein normales Zuspiel mit dem Fuß. Kickt ein Mitspieler den Ball hingegen mit dem Kopf oder mit dem Knie zum eigenen Torwart, so darf dieser das Leder ganz normal halten und „kontrollieren“, sprich: Er darf die Hände einsetzen. Dasselbe gilt auch, wenn offensichtlich ist, dass das Zuspiel nicht beabsichtigt war. Da diese Einschätzung allerdings letztlich dem Schiedsrichter obliegt, gehen viele Torhüter auch bei einem scheinbar unabsichtlichen Rückpass lieber nur mit dem Fuß zum Ball.