Eine offiziell anerkannte Sportart ist Straßenfußball nicht – und doch verdankt so mancher große Sportler seinen Ruhm und seinen Reichtum dieser besonderen Spielart des Fußballs. Straßenfußball wird vor allem in ärmeren Ländern gespielt und kommt mit primitivsten Mitteln aus.

 

In Afrika und Südamerika ist Straßenfußball populär

Für ein „normales“ Fußballspiel braucht man ein Stadion, einen Platz mit festgelegter Größe, regelkonforme Tore und einen möglichst hochwertigen Ball aus Leder. In weiten Teilen Afrikas oder Südamerikas ist nichts davon vorhanden. Und dennoch wollen vor allem viele Kinder und Jugendliche auch dort Fußball spielen. Um gemeinsam mit ihren Freunden auf Torjagd zu gehen, brauchen sie keinen akkurat gestutzten Rasenplatz, keine Tore und keine Trikots. Straßenfußball wird ganz einfach überall dort gespielt, wo eine ausreichend große Fläche vorhanden ist. Das kann eine Straße sein, ein Parkplatz oder ein Hinterhof. Statt eines Tores gibt es oft nur ein paar Markierungen auf dem Boden, und vielfach ist noch nicht einmal ein richtiger Ball vorhanden. Doch auch ein selbst hergestellter Ball aus Lederresten kann beim Straßenfußball genügen. Für Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien ist die simpelste Form des Fußballs eine wichtige Freizeitbeschäftigung – und nicht selten auch eine große Chance, den armen Verhältnissen zu entfliehen.

 

Vom Straßenfußballer zum Fußballstar

Eine Reihe von heute weltweit populären Fußballspielern hat vor Jahren beim Straßenfußball begonnen. Was diese Kicker schon früh einte, waren ein besonderes Talent und der unbedingte Wille zum Erfolg. Talentscouts und Trainer wurden auf die jungen Spieler aufmerksam, sie konnten erst zu kleineren und dann zu größeren Vereinen wechseln. Und manchmal führte der Weg bis ganz an die Spitze, zu den renommiertesten Clubs der Welt und in die Nationalmannschaften.

 

Die offizielle Version des Straßenfußballs

Neben dem weitgehend nicht-reglementierten Straßenfußball in Afrika oder Südamerika gibt es verschiedene mehr oder wenige offizielle Versionen des Fußballspiels auf der „Straße“. Die Mannschaften sind dabei wesentlich kleiner als beim klassischen Fußball im Stadion. Die Teams bestehen nämlich nicht aus elf Spielern, sondern lediglich aus vier Akteuren. Dafür ist allerdings das Spielfeld mit 15 Metern Länge und zehn Metern Breite auch wesentlich kleiner. Eine weitere Besonderheit: Die Teams treten oft sehr spontan und ohne Spielplan gegeneinander an. Es gibt außerdem keinen Schiedsrichter. Wann eine Mannschaft ein Foul begangen hat, das müssen die Teams also untereinander klären – ohne die Autorität eines Unparteiischen.

 

Verschiedene Spielarten des Straßenfußballs

Wie beim „normalen“ Fußball geht es auch beim Straßenfußball darum, dem Gegner den Ball abzunehmen und diesen im gegnerischen Tor zu versenken. Das ist jedoch nur die Grundvariante des Straßenfußballs. Darüber hinaus existiert eine ganze Reihe von Abwandlungen, die noch mehr Spielspaß garantieren sollen. Die Bandbreite reicht dabei vom sogenannten „Panama K.O.“ mit nur zwei Spielern über Fußballtennis bis zum „King of the Ring“. Dabei gibt es nicht nur einen einzigen Ball, sondern einen Ball pro Spieler. Jeder Fußballer versucht nun, den Kontrahenten das Leder abzujagen und gleichzeitig seinen eigenen Ball zu verteidigen. Wer als letzter seinen Fußball noch hat, ist bei dieser Art des Straßenfußballs der Sieger.