Die Leistung des Torwarts beim Fußball kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Schon ein einziger Patzer hat mitunter den entscheidenden Treffer des Gegners zur Folge. Andererseits kann ein guter Torwart mit einer Glanzparade auch zum Helden des Spiels werden.

 

Ein Torwart, zehn Feldspieler

Der Torwart unterscheidet sich beim Fußball schon optisch vom Rest der Mannschaft. Während die übrigen Spieler einheitliche Kleidung tragen, läuft der Keeper in einer anderen, deutlich unterscheidbaren Kluft auf. Zu seiner Ausstattung gehören außerdem Handschuhe, die das sichere Fangen des Balles ermöglichen. Die wichtigste Aufgabe des Torwarts besteht darin, Torschüsse des Gegners zu parieren – und zu verhindern, dass der Ball über die Torlinie fliegt oder rollt. Gleichzeitig dirigiert der Torwart beim Fußball die Spieler, die unmittelbar vor ihm agieren. Dank seiner Position nahe der Grundlinie hat der Keeper einen guten Überblick und kann den Abwehrspielern Anweisungen geben. Das ist auch bei der Aufstellung einer Mauer besonders wichtig. So nennt man es, wenn mehrere Fußballer sich nebeneinander stellen, um einen Freistoß des Gegners abzufangen.

 

Geschützter Bereich in der Nähe des Tores

Die Abmessungen eines Tores sind durch den Weltfußballverband FIFA exakt vorgegeben. Nach den Regularien muss es 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch sein. Die Maße bezeichnen jeweils die Innenseiten der beiden Pfosten beziehungsweise die Unterseite der Latte. Insgesamt entspricht die freie Fläche des Tores also fast 18 Quadratmetern – eine im wahrsten Sinne des Wortes große Aufgabe für den Torwart. Er darf als einziger Spieler seines Teams den Ball mit der Hand berühren und fangen. Das gilt allerdings nur, solange er sich in „seinem“ Bereich in unmittelbarer Nähe des Tores aufhält. Es handelt sich dabei um den Strafraum, der auch als 16-Meter-Raum bezeichnet wird. Der Torwart darf diesen Bereich jederzeit verlassen. Allerdings gelten für ihn auf dem restlichen Spielfeld dieselben Regeln wie für die Feldspieler. Der Keeper darf hier also nicht mehr mit Armen und Händen agieren. Besonderen Schutz genießt der Torwart im sogenannten Fünf-Meter-Raum. Hier darf er von gegnerischen Spielern nicht bedrängt oder behindert werden.

 

Besonderheit: Rückpass zum Torwart

Seine Position ganz hinten erlaubt es dem Torwart, durch lange Bälle das Spiel seiner Mannschaft aufzubauen. Die Mitspieler nutzen daher gerne die Gelegenheit, zur Vorbereitung eines Angriffs oder nach der Abwehr einer gegnerischen Offensive den Ball zum Torwart zurückzuspielen. Wenn das Leder von einem Mannschaftskameraden kommt, darf der Torwart allerdings nicht die Hände benutzen. Die Rückpassregel verbietet das. In diesem Fall ist die Annahme des Balls, wie bei einem Feldspieler, nur mit der Brust, den Beinen oder dem Fuß erlaubt. Wurde der Ball hingegen zuletzt von einem Gegner berührt, darf der Torwart im 16-Meter-Raum immer seine Hände benutzen.

 

Strafstoß als Bewährungsprobe

Bei einem normalen Angriff des Gegners stellt der Torwart sozusagen die „letzte Verteidigungslinie“ dar. In den meisten Fällen bemüht sich die Abwehr, die gegnerischen Stürmer gar nicht erst frei vor dem Tor zum Schuss kommen zu lassen. Manchmal ist der Torwart jedoch ganz auf sich alleine gestellt. Das gilt dann, wenn es ein Angreifer bis direkt vors Tor geschafft hat – und bei einem Strafstoß. Dann wird der Ball vom Elfmeter-Punkt aus geschossen, und der Torwart muss ihn halten. Die Regeln besagen, dass der Torwart auf der Torlinie bleiben muss, bis der Ball geschossen wurde. Erst dann darf er die Linie verlassen und muss nun versuchen, den Ball zu halten. Die Chancen für den Schützen, der den Strafstoß ausführt, gelten als deutlich besser. Deshalb wird ein Torwart, der erfolgreich einen Elfmeter hält, von seiner Mannschaft und den Fans in der Regel ausgiebig gefeiert.