Fußball ist in Deutschland ein echter Volkssport. Das zeigt sich nicht nur an dem enormen Interesse, mit dem Millionen Zuschauer die Bundesliga verfolgen – viele Fans sind auch selbst in ihrer Freizeit im Fußballverein aktiv. Entsprechend stark ist die Vereinsorganisation: Die deutschen Fußballclubs haben zusammen mehr als 6,8 Millionen Mitglieder.

 

Rekordmarke: Mehr als 25.000 Vereine

In fast jeder Stadt und jedem Ort in Deutschland gibt es einen Fußballplatz. Keine andere Sportart ist hierzulande so populär. Keine andere Vereinsorganisation erreicht derart viele Menschen. Und während es in anderen Bereichen Nachwuchssorgen gibt, können sich die deutschen Fußballvereine über mangelnde Nachfrage auch von Kindern und Jugendlichen wahrlich nicht beschweren. Die Zahl der registrierten Fußballvereine hat sich in jüngster Zeit sogar noch weiter erhöht. So konnte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit Blick auf die Vereinsorganisation einen neuen Rekord verkünden: Erstmals waren in der Bundesrepublik mehr als 25.000 Fußballclubs registriert. Diese sind in 21 Landes- und fünf Regionalverbänden organisiert.

 

Rund 165.000 Mannschaften gemeldet

Hinsichtlich der Vereinsgröße und der Mitgliederzahlen gibt es zwischen den einzelnen Fußballvereinen enorme Unterschiede. Kleinere Clubs verfügen häufig über nur einige wenige Mannschaften im Jugendbereich und maximal ein U18-Team. Andere Clubs können in jeder Altersstufe gleich mehrere Mannschaften bilden und sind auch im Bereich des semiprofessionellen Fußballs gut aufgestellt. Und dann gibt es noch die ganz großen Fußballvereine mit den klingenden Namen, die in der ersten oder zweiten Bundesliga mitmischen. Auch sie legen auf eine gute Nachwuchsarbeit oft großen Wert. Ihre Vereinsorganisation sieht deshalb häufig eine große Zahl von Jugendmannschaften vor. Insgesamt sind beim DFB rund 165.000 Fußballmannschaften registriert. Der Anteil der Frauen steigt dabei stetig – sicherlich auch eine Folge der großen Erfolge, mit denen die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft von sich reden macht.

 

Das „Parlament“ der Fußballer

Der DFB ist der Dachverband, der an der Spitze der Vereinsorganisation im deutschen Fußball steht. Die einzelnen Vereine gehören ihren Kreis-, Bezirks- und Landesverbänden an. Die Landesverbände wiederum sind in fünf Regionalverbänden organisiert: Nord, Nordost, West, Südwest und Süd. Millionen Fußballer in Deutschland wollen natürlich nicht einfach Anweisungen und Regeländerungen „von oben“ diktiert bekommen, sondern sie wollen sich aktiv einbringen. Das Forum dazu bildet der DFB-Bundestag, eine Art „Parlament“ der Fußballer. Hier sitzen mehrere hundert Delegierte, um die Interessen der Sportler im ganzen Land zu vertreten. Das Gremium stellt einerseits personelle Weichen und wählt zum Beispiel das Präsidium sowie den Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes. Andererseits kümmern sich die Delegierten auch um ganz praktische Fragen wie Regel- und Satzungsänderungen, Leitlinien für den Spielbetrieb und vieles mehr. Unter dem Dach des DFB sind außerdem rund 200 hauptamtliche Mitarbeiter aktiv, die zentrale Verwaltungsaufgaben übernehmen.