Ist ein Indoor Platz zum Torwarttraining besser geeignet?

Ein professionelles Torwarttraining findet in der Regel auf dem Platz im Freien statt. Moderne Fussballschulen verbinden dieses Training immer häufiger mit dem Indoor Fussball – einerseits um bestimmte Facetten gezielt zu trainieren, zum anderen schlichtweg aus praktischen Überlegungen heraus. Wenn sich nämlich der graue Schleier des Winters über das Land legt, wird das Durchexerzieren von Standardsituationen schnell ungemütlich und kraftraubend. Fernab davon besteht beim Indoor Fussball der große Vorteil des sauberen und vor allem trockenen Kunstrasens – der Torwart, der bei einem Intensivtraining alle paar Minuten auf dem Boden landet, muss seine Funktionskleidung dementsprechend nicht unnötig dreckig machen.

Schnelleres Spiel zwingt zum Umdenken

Professionelle Torwarttrainer wissen die besonderen Finessen des Indoor Fussballs nicht nur im Winter gezielt auszunutzen. Das Spiel in der Halle ist aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse schneller, intensiver und häufig auch härter als im Freien. Der Torwart ist vielen kräftigen Schüssen aus kurzer Distanz ausgesetzt, bei denen er eine maximale Körperspannung an den Tag legen muss. Auch der Anspruch an die Konzentration ist beim Torwarttraining in der Halle höher: So muss der Keeper häufiger agieren, sich mit ganzer Kraft aufbäumen und schließlich den angreifenden Gegner zum Abschluss zwingen.

Indoor Fussball ist wintersicher

Schließlich kann der Torhüter auch das Stellungsspiel besser erfassen und sein Reaktionsvermögen nachhaltig schärfen. Geht es explizit um diese Aspekte, bietet der Indoor Fussball durchaus bessere Rahmenbedingungen als der Bolzplatz. In dieser Hinsicht hat sich die Meinung im Profifussball in den letzten Jahrzehnten spürbar gewandelt. Heute wird das Indoor Spiel von allen Profivereinen im Rahmen intensiver Techniktrainingseinheiten gezielt implementiert. Dass der Indoor Fussball grundsätzlich ein höheres Verletzungsrisiko birgt, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. In der Regel ist der Gegenteil der Fall: Ein gut gepolsterter, moderner Kunstrasen kann das Verletzungsrisiko beim Torwarttraining sogar reduzieren. Auch das Spiel auf Parkettuntergrund ist unbedenklich, da solche Böden gut gepolstert sind. Im Hinblick auf die Temperaturen im Winter ist das Torwarttraining in der Halle am Ende des Tages gesundheitsschonender, da das Erkältungs- und Auskühlungsrisiko faktisch nicht vorhanden ist.

Sinnvolle Ergänzung des klassischen Torwarttrainings

Eine mögliche Kontraindikation für ein Torwarttraining beim Indoor Fussball sind bereits vorhandene Gelenksschädigungen. Liegen diese nicht vor, ist jeder Keeper – ob Amateur, Semiprofi oder gar Profi – mit solchen Trainingseinheiten sehr gut beraten. Doch keinesfalls kann der Indoor Fussball das Training von Standardsituationen im Freien ersetzen. Wohl aber erweitert ein solch intensives, wintertaugliches Training die grundlegenden Fertigkeiten des Torhüters, sein Reaktionsvermögen und sein Gefühl für die Spieldynamik.

Lassen Sie sich auf das Hallentraining voll und ganz ein

Ganz gleich ob im Sommer oder im Winter, will das Torwarttraining in der Halle jederzeit gut geplant sein. So müssen Sie die Spielstätte Ihres Vertrauens rechtzeitig reservieren und auch dafür sorgen, dass Ihre Trainingspartner pünktlich einlaufen. Wie beim klassischen Training im Freien ist eine Aufwärm- und Abkühlphase unabdingbar. Bei den eigentlichen Torwarttrainingseinheiten sollten Sie die Gelegenheit nutzen und mit den üblichen Gewohnheiten brechen. Gehen Sie beispielsweise häufiger und weiter aus dem Tor heraus, um mit dem erhöhten Tempo des Indoor Fussballspiels besser schritthalten zu können. Findet das Training im Winter statt, sollten Sie die Halle Ihrer Gesundheit zuliebe komplett heruntergekühlt und trocken verlassen.